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20 Jahre Ludwig Forum: Ausstellung „Hyper Real“ als Publikumsmagnet
Am 12. März wurde im Ludwig Forum die Ausstellung „Hyper Real“ eröffnet. Gefeiert wird damit gleichzeitig das 20-jährige Bestehen des Ludwig Forums. Am Jubiläumstag begrüßte das Museum über 4.000 Besucher mit einem amerikanischen Fest mit Popcorn und Hotdogs im Hof. Die Ausstellung „Hyper Real“ nimmt Bezug auf die Kunst und das Amerika der 70er Jahre und scheint damit den Nerv der Zeit zu treffen.
1991 entstand das städtische Museum „Ludwig Forum für Internationale Kunst“ aus der „Neue Galerie – Sammlung Ludwig“, die seit 1970 im alten Kurhaus angesiedelt war.
Das Industriellenehepaar Peter und Irene Ludwig sammelte über vier Jahrzehnte lang Kunst und stellte diese in Museen in Aachen, Bamberg, Basel, Budapest, Koblenz, Köln, Oberhausen, Peking, Saarlouis, Sankt Petersburg und Wien für die Öffentlichkeit aus. Diese städtischen oder staatlichen Museen arbeiten heute, nach dem Tod des Sammlerpaares, eng mit der Stiftung Ludwig zusammen.
Dass Aachen gleich mit zwei Häusern mit Stücken der Sammlung Ludwig aufwarten kann, verdankt sich dem Umstand, dass Irene Ludwig, gebürtige Monheim, aus Aachen stammt. Schon während ihres Kunstgeschichtestudiums begann sie, Kunst zu sammeln. 1951 heiratete sie Peter Ludwig, der nach Aachen kam und in die Schokoladenfabrik der Familie Monheim einstieg. Mit dem studierten Kunsthistoriker Peter Ludwig verband sie die Sammelleidenschaft.
Die Sammlungspolitik des Ehepaar Ludwig überschritt nicht nur Zeiten und Gattungen, sondern hat sich im Laufe der Zeit auch über viele Länder erstreckt.
Neben amerikanischer und westeuropäischer Kunst gehören auch Werke aus der früheren DDR und des ehemaligen „Ostblocks“, Russlands und Chinas zur Sammlung des Ludwig Forums in Aachen.
Auch eine bedeutende Sammlung an Videokunst wurde im Hause aufgebaut. Rund 200 Werke sind so in städtischen Besitz gelangt. Sie sollen, wenn ihre Aufarbeitung nach Museumsstandards gelingt, in Zukunft in die Sammlungspräsentation integriert werden.
Einige der Arbeiten, die in Aachen zur Dauerausstellung des Ludwig Forums gehören, fehlen in keiner Kunstgeschichte und gehören damit zu einer Art Weltgedächtnis der Kunst des 20. Jahrhunderts.
Dazu zählen z. B. das fotorealistische Gemälde „Medici“ von Franz Gertsch, die Skulpturengruppe der Bettler „Bowery Bums“ und die „Supermarket Lady“ von Duane Hanson oder eine Skulptur der Reihe „Made in Heaven“ von Jeff Koons.
Die Ausstellung „Hyper Real, Kunst und Amerika um 1970“ schlägt den Bogen zum Entstehungsjahr der Vorgängerinstitution „Neue Galerie – Sammlung Ludwig“. Dort wurde zur Eröffnungsausstellung 1970 aus den umfangreichen eigenen Beständen des Fotorealismus geschöpft.
„Hyper Real“ wirken die Gemälde und Skulpturen von Künstlern der 70er Jahre, die dem „American Way of Life“ ein visuelles Denkmal setzen.
Die groß angelegte Ausstellung im Ludwig Forum spürt anhand von 250 Werken und 100 künstlerischen Positionen diesem Realismus nach und stellt die Frage nach seinen Kontexten in Kunst und Gesellschaft. Popularität erlangten die fotorealistischen Maler vor allem durch ihre Darstellungen der spiegelglatten Oberflächen amerikanischer Ikonen. In Aachen kann man vor Ort Originale von Weltrang bewundern. Auf der Künstlerliste stehen Georg Baselitz, Chuck Close, Richard Hamilton, Keith Haring, Jasper Johns, Roy Lichtenstein, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Andy Warhol, Tom Wesselmann oder Christo.
In der Ausstellung ist Malerei kombiniert mit Fotografie und Konzeptkunst der Zeit. Fotorealistische Malerei hängt neben Fotos von suburbanen Wohngegenden und Highways. Im Gedächtnis bleiben auch die Fotokollagen von Martha Rosler, die amerikanische Wohnzimmergemütlichkeit mit Vietnamkriegsszenen kombiniert hat.
Ein Zimmer inmitten der Ausstellung zeigt Plakatmotive, Schallplatten und Videos der Zeit und lädt auf weißen Fatboys zum Chillen und Schmökern in alten Magazinen ein.
Die – für alle Altersklassen – absolut empfehlenswerte Ausstellung ist noch bis zum 19. Juni zu sehen. Ein breit gefächertes Rahmenprogramm finden Sie im Veranstaltungsprogramm. Alle Programmpunkte für Kinder und Jugendliche entnehmen Sie auch der KingKalli Ausgabe 45 Pinnwand (Ferien) und dem Tageskalender.
Infos: Ludwig Forum, Jülicher Straße 97-109, 52070 Aachen
Tel. 0241 1807-104, www.ludwigforum.de
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