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21./22. August: „ZeitBlende 1960“ im Freilichtmuseum Kommern

„ZeitBlende“ – nach dem Auftakt vor zwei Jahren werden zum „Museumsfest der Erinnerungen“ wieder Tausende von Besuchern erwartet. Sonderausstellung von Museumsobjekten aus dem Jahr 1960, Inszenierungen und viele Aktionen zum Mitmachen rund um die Bühne auf dem Museumsplatz laden ein, Zeitgeist und Lebensgefühl von damals nachzuempfinden.

Mechernich-Kommern. 1960 wird auch das „Afrikanische Jahr“ genannt: 17 Kolonien werden auf dem schwarzen Kontinent in ihre „Unabhängigkeit“ entlassen. Darunter auch, völlig unvorbereitet, Belgisch Kongo. Patrice E. Lumumba, der die Kolonie in die Unabhängigkeit geführt hat, bleibt auch als erster Staatspräsident der neuen „Demokratischen Republik Kongo“ ein hoffnungsvoller Idealist. Vehement tritt er für die Menschenrechte in Afrika ein, greift die ehemaligen Kolonialherren als Sklavenhalter an. Nach wenigen Monaten Amtszeit wird er im Auftrag des Westens ermordet.

„Lumumba“, ein Longdrink aus Kakao mit einem Schuss Rum und einer Sahnehaube, der eingedenk des kongolesischen Freiheitskämpfers bei jungen Leuten im Westen 1960 zum Partygetränk des Jahres wurde, wird an der „Tiki-Bar“ gemixt, wenn das  LVR-Freilichtmuseum Kommern am 21. und 22. August mit umfangreichem Programm wieder zu einer Reise in die Zeit vor fünfzig Jahren einlädt. Auf der „ZeitBlende 1960“ wird es unter anderem die Schau „Ereignisse in der Welt und im Rheinland 1960“ geben und dort „Unterdrückung und Migration“ ein Thema sein: mit Blick auf den Schwarzen Kontinent und mit Blick auf kulturelle Begegnungen afrikanischer Migranten mit den Rheinländern. „Kulturelle Begegnungen“ sind schließlich das Jahresthema des LVR-Freilichtmuseums Kommern.

„ZeitBlende“ – nach dem Auftakt vor zwei Jahren werden zum „Museumsfest der Erinnerungen“ wieder Tausende von Besuchern erwartet. Sonderausstellung von Museumsobjekten aus dem Jahr 1960, Inszenierungen und viele Aktionen zum Mitmachen rund um die Bühne auf dem Museumsplatz laden ein, Zeitgeist und Lebensgefühl von damals nachzuempfinden. Junge Besucher können mit „Brauner Bär“ und „Weiße Taube“ Kindertänze der Zeit einstudieren, Erwachsene sich in „Twist“, „Slop“ und „Bossa Nova“ üben. Die „Holly Hoppers“ bieten einen Hula-Hoop-Kurs an, „Carlotta’s Mode und Event“ präsentiert in einer Modenschau Alltags- und Festkleidung zu Beginn der Sechziger. Samstags um 15.30 Uhr heizen „The Beafore“ mit frühem Beat kräftig ein, ab 19 Uhr laden „Mony Francis & The BeBops“ mit ihrer Rock’n’Roll Show zum Abtanzen ein. Das Museum ist an diesem Abend bis 22 Uhr geöffnet.

Sonntags präsentieren um 13 und um 16.45 Uhr „Teddy Technik & Effekthascher“ deutschen Rock’n’Roll im Stil der Zeit. Zwischendurch heißt es „Noch ein Gedicht!“, wenn Thorsten Hamer in seiner „Heinz Erhardt Revue“ den wohl besten Komiker der deutschen Nachkriegszeit parodiert.

Als besonderen Spaß hat sich das LVR-Freilichtmuseum Kommern für die ZeitBlende 1960 einen Wettbewerb im Zerdrücken von Luftpolsterfolie ausgedacht. Der an beiden Tagen stattfindende „Bubble Wrap“-Wettbewerb erinnert an die 50jährige Geschichte dieses Verpackungsmaterials. Ursprünglich auf der Suche nach einer abwaschbaren Tapete in den USA entwickelt, entdeckte man rasch das Luftpolster als Mittel zur sicheren Verpackung. 1960 begann die industrielle Herstellung der Folie und ihr  Siegeszug durch die Verpackungswelt.

Fahrzeuge, die im Straßenbild 1960 zu sehen waren, treffen ebenfalls zur ZeitBlende 1960 ein. Im Korso ziehen die Oldtimer durch die Museumslandschaft. Motorroller und Traktoren, Klein-Personenwagen und Straßenkreuzer, Nutzfahrzeuge und komplette Löschzüge werden auch in diesem Jahr wieder zum Ausflug ins Museum erwartet. Wer selbst Ausflugvergnügen wie um 1960 erleben möchte, darf in den alten Mercedes-Haubenbus einsteigen, der an beiden Tagen zu Rundfahrten durch den Fachwerkort Kommern einlädt.

Gaumenfreude der Zeit will das gastronomische Angebot bescheren: mit „Toast Hawaii“ und Currywurst an den Imbissbuden, mit „Russisch Ei“ und mehr in der Museumsgastwirtschaft oder mit dem 1960 erfundenen „Capri-Eis“ an der Milchbar. Abseits des großen ZeitBlende-Schauplatzes servieren Museumsbäuerinnen im Herdraum eines alten Bauernhofes frische Kuhmilch, „Muckefuck“ und „die“ Marken-Limonade der Zeit. Draußen vor dem Hof können derweil die Kinder spielen und dabei entdecken, was und womit 1960 gespielt wurde.

Gesamtes Programm der „ZeitBlende 1960“ und Anmeldeformular für Oldtimer (nicht jünger als 1960!) finden Sie unter www.kommern.lvr.de.


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