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Aachen: Konflikt Elternhaltestellen
„Elternhaltestellen“ als geschützte Orte zum Aus- und Einsteigen vor und nach dem Unterricht?
An jedem Werktag bietet sich morgens und mittags vor Aachener Grundschulen ein chaotisches Bild: Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen oder sie abholen, sehen für ihre Kids ein Sicherheitsrisiko und fahren möglichst nah an den Eingang der Schule heran. Somit gefährden sie aber andere Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Durch die Schaffung von „Elternhaltestellen“ wollte die Stadt diesen Kreislauf durchbrechen, doch leider bisher ohne durchschlagenden Erfolg.
Um die Verkehrssituation an Aachener Grundschulen zu entschärfen, hat die Stadt mehrere „Elternhaltestellen“ eingerichtet. Diese gibt es für die Montessori-Grundschule Reumontstraße, die Gemeinschaftsgrundschule Oberforstbach, die Grundschule „Am Höfling“ und für die Domsingschule und Schule „Am Fischmarkt“. Die „Elternhaltestellen“ befinden sich nicht unmittelbar neben den Schulen, sondern in gewisser Entfernung. Das Problem ist, dass es „Elternhaltestellen“ in der Straßenverkehrsordnung nicht gibt – offiziell gilt für diese Parkstreifen ein eingeschränktes Halteverbot. Somit dürfen auch Inhaber von Sonderausweisen, Zulieferer und Handwerker halten – und tun das auch. Dr. Ralf Gerhard Otten, der mehrere Jahre als Schulpflegschaftsvorsitzender an der Domsingschule fungierte, kennt die Problematik: „Das Verkehrsproblem an der Domsingschule wurde von Seiten der Schule bereits 2006 beim Fachbereich Verkehr der Stadt Aachen angesprochen. Durch eine schulinterne Befragung konnte ermittelt werden, dass 60 % der Schüler mit dem Auto gebracht werden. Da die Schülerzahl sich mittlerweile verdoppelt hat, ist auch das Verkehrsaufkommen angestiegen. Die „Elternhaltestellen“ an der Judengasse können nicht genutzt werden, da sie ständig durch andere Fahrzeuge blockiert sind. Und die Haltestelle in der Jesuitenstraße wird nicht so angenommen, wie gewünscht. Ein großer Fortschritt war es, als in der Ritter-Chorus-Straße endlich ein Poller gesetzt wurde, der das Befahren der Straße verhinderte, doch leider ist dieser zerstört worden und Ersatz wird es vor 2012 nicht geben, denn bis zu diesem Zeitpunkt währen noch die Fassadenarbeiten am Centre Charlemagne. Das Problem wird wohl erst abschließend gelöst werden, wenn wie geplant das Umfeld der Domsingschule zur Fußgängerzone umgewandelt wird.“
Besonders die Schulen, deren Schüler aus allen Stadtteilen kommen, sind von der schwierigen Verkehrssituation betroffen. Dazu gehören neben der Domsingschule auch die Montessorischulen. Da es keine rechtliche Handhabe gibt, können die Schulen nur an die Eltern appellieren, die vorhandenen „Elternhaltestellen“ zu nutzen, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, die Kinder zur Schule zu befördern. Man darf nicht außer Acht lassen, dass den Kindern so die Möglichkeit gegeben wird mehr Selbstständigkeit zu erlangen, indem sie die letzten Meter zur Schule allein oder in der Gruppe meistern. Alle anderen Verkehrsteilnehmer sollten die vorhandenen Haltestellen zu diesem Zweck frei halten.
„Elternhaltestellen“ befinden sich in der Judengasse und Jesuitenstraße für die Domsingschule und die Schule „Am Fischmarkt“; am Branderhofer Weg/Ecke Forster Weg, Karl-Marx-Allee für die Schule „Am Höfling“; in der Schwinningstraße für die Gemeinschaftsgrundschule Oberforstbach und am Boxgraben, sowie in der Mozartstraße für die Montessorischule Reumontstraße.
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