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„Deutscher Meister“: Jugendliche aus Aachen gewinnen Mannschaftsmeisterschaft im Schach
Die Spieler der U14-Mannschaft des Aachener Schachvereins haben sich selber ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk gemacht. In Sachsen-Anhalt holten sie sich den Titel „Deutscher Meister“ im Wettkampf mit den 20 stärksten deutschen Mannschaften.
Am 26.12. reisten Sven Titgemeyer, Lennart Falter, Raphael Hagmanns, Melih Ucaroglu und Ersatzspielerin Eva-Maria Titgemeyer nach Arendsee im Norden von Sachsen-Anhalt. Dort startete am 27.12. die Deutsche Vereinsmeisterschaft für Mannschaften U14, wofür sich die ASVer im Sommer als NRW-Meister qualifiziert hatten.
Als Setzlistenplatz 6. konnten die Aachener ruhig in das Turnier gehen, wohl wissend, dass sie keine Favoritenrolle einnahmen aber ihr Teamgeist sie zu einer starken Mannschaft machen konnte, die auch mal nach einem Treppchenplatz schielen durfte.
So lief auch in der ersten Partie alles glatt. Einheit Bautzen konnte mit 2,5:1,5 geschlagen werden.
In der 2. Runde holten Sven, der in einer klaren Gewinnstellung ein 5-zügiges Matt übersah, und Lennart mit einem Remis zu wenig, so dass die Partie gegen Grün-Weiß Baumschulenweg (Berlin) nur mit einem Mannschaftsremis endete.
Dieses Ergebnis wiederholte sich auch in der 3. Runde gegen Frankfurt. Nach einer Niederlage von Melih und einem Remis von Lennart, standen Sven und Raphael enorm unter Druck, da sie für ein Mannschaftsremis noch 1,5 Punkte holen mussten. Sven fand keinen Gewinnweg und musste sich mit einem halben Punkt zufrieden geben. Raphaels Stellung bot eigentlich auch nicht mehr, er riskierte jedoch ein Springeropfer und wurde zum Matchwinner und Punkteretter der Mannschaft.
Jetzt war es Zeit, dass die Mannschaft sich wachrüttelte, wollte sie den Anschluss nicht verlieren.
In der 4. Runde gegen Ergolding zeigte sich dann wieder die Mannschaftsstärke des ASV-4er. Ergolding blieb keine Chance, als Melih, Raphael und Sven gewannen, konnte Lennart die letzte Partie des Kampfes remis geben.
Die Stimmung war gut und die Motivation hoch für das nächste Spiel gegen einen der Favoriten Forchheim aus Bayern. Aber am Morgen kam der Schock: Lennart und Raphael waren krank. Trotzdem gingen beide an die Bretter. Lennarts Gegner ging es nicht besser als Lennart, so dass die Partie schnell remis gegeben wurde. Raphael konnte keine Gegenwehr zeigen und verlor. Melih fand nicht aus dem remis heraus. So musste Sven gegen seinen nominal stärkeren Gegner gewinnen und schlug dessen Remisangebot aus, da er sich im Vorteil sah. Kurz darauf ging die Partie durch einen Rechenfehler leider doch verloren und mit ihr der Mannschaftskampf. Bis zur nächsten Runde blieben unsere Spieler im Bett und erholten sich bei einem Hörspiel.
Durch einen Blick auf die anderen Ergebnisse und den engen Tabellenstand kam die Motivation wieder.
Im Zimmer der Jungs herrschte Stille. Die Spieler bereiteten sich gemeinsam vor, sprachen Strategien und den Verlauf des nächsten Kampfes gegen Reti Heusweiler (Saarland) ab. Der Anfang lief auch gut. Lennart konnte trotz Schmerzen schnell gewinnen. Dann musste Melih aber remis geben, obwohl Raphael und Sven eigentlich schlecht standen. Raphael war es dann mal wieder, der seine Partie drehen und den Punkt zum Mannschaftssieg einfahren konnte. Durch ein langes Spiel schaffte auch Sven letztendlich noch den Dreh und das Endergebnis war 3,5:0,5 für den ASV.
In der letzten Runde wurde die Mannschaft gegen Neubrandenburg gelost. Den Tabellenführer mit 2 Punkten Vorsprung. Selber auf Platz 3 liegend, hatten die Mannschaften von Forchheim, Köln-Mülheim, Dresden und Königskinder Hohentübingen gleichviele Mannschaftspunkte. Somit war klar, Brettpunkte würden über die Platzierungen entscheiden.
Für den ASV hieß das, ein hoher Sieg musste her!
Bis in die Haarspitzen motiviert wurde abends vorher zusammen recherchiert, geplant und gelernt und gerechnet.
Am nächsten Morgen machte der Mannschaftsführer der Neubrandenburger ein Mannschaftsremisangebot, was diese sicher zum Meister gemacht hätte. Der Aachener Mannschaftsführer Thomas Titgemeyer lehnte mit dem Hinweis ab, dass eine Chance auf einen Titel so schnell nicht wieder käme und man diese ergreifen müsste auch auf die Gefahr hin, zu verlieren und in der Tabelle abzurutschen.
Aber es kam anders: schon früh hatte Melih gegen seinen nominal viel stärkeren Gegner eine Figur mehr und gewann schließlich. Als Forchheim 2 remis abgab, war klar, dass für den Titel ein 3,5-Sieg reichen würde. Alle Aachener Bretter standen gut. Dann konnte Lennart siegen. Die Spannung war unerträglich! Raphael und Sven: ein Sieg und ein Remis würden zum Titel reichen. Sven kam mit 2 Mehrbauern in ein Damenendspiel und Raphael war sich nach Rücksprache mit ihm sicher, seine Partie remis geben zu können. Sven hielt die Konzentration hoch und gewann souverän:
Deutscher Meister!
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