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Schülermusical „hide!“ in der Klangbrücke
Am 14. Mai wird das Schülermusical „hide!“ in der Klangbrücke seine Premiere feiern.
Christian Wernekinck, Lehrer und Autor, hat damit eine Adaption der Novelle „The strange Case of Dr. Jeckyl and Mr. Hyde“ von Robert Louis Stevenson geschaffen, das er mit Schülern als Grusical inszeniert. Das Stück ermöglic-ht es den Jugendlichen, sich als Musicaldarsteller und Musiker auszuprobieren.
Christian Wernekincks Stück wurde 2009 als herausragende Eigenleistung im Rahmen der 27. Kölner Schultheaterwoche nominiert. Aufgeführt wurde es von Schülern der Sekundarstufe II des Pascal-Gymnasiums, Grevenbroich. Die Zielgruppe ab 12 Jahren bejubelte das gruselige und auch blutige Musical. Auch bei den Lehrern kam das Stück an, sie griffen gerne die psychologische Komponente des Dramas im Unterricht auf.
Dörte Schulz hat für KingKalli einen Probentermin besucht.
Es ist Sonntag, kurz nach zehn Uhr morgens. Langsam trudeln die letzten Darsteller in der Talstraße 2 ein. Hier hat Christian Wernekinck, der für den Text und die Musik verantwortlich zeichnet, einen Probenraum vom Akut-Theater angemietet. Eigentlich ist ein Proberaum zu wenig, aber eine andere Alternative gab es nicht und so muss man nun improvisieren. Während einzelne Szenen auf der Probenbühne durchgegangen werden, müssen die Darsteller, die nicht an der Reihe sind, das Treppenhaus nutzen, um ihre Szenen und ihren Text zu üben. Die einzelnen Gesangsstücke werden privat bei Christian Wernekinck zu Hause aufgenommen.
Die elf Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren haben sich alle hier kennengelernt. Die Probenphase begann im Oktober letzten Jahres. Am Anfang war da noch eine große Unruhe, weil immer wieder neue Leute hinzukamen, andere aufhörten, auch gab es zu Beginn zu wenig männliche Darsteller, doch nach und nach fand sich das jetzt bestehende Ensemble zusammen. Alle hatten über Zeitungsanzeigen von diesem Musical gehört, ein Casting gab es nicht. Entscheidende Kriterien für die Auswahl der Darsteller waren Authentizität und Präsenz. Natürlich gehöre immer Talent dazu, aber dieses Talent müsse noch form- und schulbar sein, erläutert Wernekinck seine Auswahlprämissen. Die Regisseurin Ingrid Wiederhold, die das Stück inszeniert und die Jugendlichen trainiert, ist gelernte Theaterpädagogin und holt die Jugendlichen genau da ab, wo sie stehen, und bringt sie so auf eine professionellen Ebene.
Boris Bansbach, der musikalische Leiter, schafft es ebenso, die Jugendlichen für die anspruchsvolle, moderne und eingängige Musik professionell zu begeistern. Wer sich auf ein Studium der Musik oder Theaterwissenschaft vorbereitet, ist bei den beiden an der richtigen Adresse. Der Autor Christian Wernekinck selbst ist Lehrer für Deutsch, Sozialwissenschaften, Literatur und Musik. Die Idee für dieses Musical wurde vor zwei Jahren im Rahmen des Literaturunterrichts der Sekundarstufe II geboren.
Die Textgrundlage des Musicals ist die Novelle von Robert Louis Stevenson: „The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde“. Diese Novelle war Thema des Deutschunterrichts. Die Schüler hatten die Aufgabe, die einzelnen Charaktere aufzuschlüsseln und ihren Phänotyp, also ihr äußeres Erscheinungsbild, zu vergegenwärtigen. Aus diesen Ideen modellierte Wernekinck dann den Text. Dabei war es ihm wichtig, nicht eine Jugendsprache zu kopieren. Immerhin ist die Novelle eine der berühmtesten Ausformungen des Doppelgängermotivs in der Weltliteratur.
Dr. Jekyll hat es durch Experimente geschafft, das Böse vom Guten in der menschlichen Seele zu trennen. Durch einen Trank verwandelt er sich in den gewissenlosen Hyde, der nur von seinen Trieben gesteuert wird. Doch bald entgleitet Dr. Jekyll sein Experiment, denn er verwandelt sich spontan und in der Öffentlichkeit in Mr. Hyde.
Ein weiteres grundlegendes Stück Literatur für das Horrorgenre ist der Roman „Frankenstein“ von Mary Shelley. Sie und Stevenson sollen eine Affäre gehabt haben. Für das Musical wird dieses autobiographische Element wichtig, denn Kern des Stücks ist ein Ehestreit zwischen Dr. Jekyll und seiner Frau Sophie, der wie aus dem Leben gegriffen wirkt.
Thomas Völker, 19 Jahre, aus Grevenbroich spielt Dr. Jekyll. Er war als Einziger schon vor zwei Jahren bei der Erarbeitung des Schauspiels mit dabei. Gesangserfahrung hat er keine, deswegen muss er vor allem die Technik des Gesangs lernen und üben. Die intimen Szenen, die er mit seiner Partnerin zu spielen hat, fallen ihm da weniger schwer, auch weil Kerstin Breuer als Sophie durchaus professionell damit umgeht.
Sebastian Kehr, 17 Jahre, aus Aachen Brand ist die erste Besetzung des Hyde. Da er bei einigen Vorstellungen nicht dabei sein kann, musste die Rolle zweifach besetzt werden. In der Schule hat er schon an einigen Theaterstücken mitgewirkt, doch auch er verfügt über keinerlei Gesangserfahrung. Das ist bei Anne Ebbertz anders. Sie spielt Jim, den Assistenten von Dr. Jekyll, der ein Alkoholproblem hat. Nach ihrem Abitur möchte sie klassischen Gesang studieren, deshalb hatte sie sich für dieses Musical interessiert. Schauspielerfahrung hat sie keine. Die Szene, die sie heute zu proben hat, ist dann auch nicht einfach. Als Betrunkener den Text zu lallen, aber trotzdem noch für das Publikum verständlich zu sein, verlangt äußerste Konzentration. Demnächst wird in die Probenphase auch noch die Big Band einbezogen werden. Sie besteht aus neun Musikern im Alter von 14 bis 19 Jahren.
Bis zur Premiere wartet also noch eine Menge Arbeit auf das gesamte Team – Arbeit, die den Jugendlichen sichtlich Spaß macht!
Das Ergebnis wird nichts für schwache Nerven sein, denn es geht gewaltig zur Sache; es wird gemordet und nicht an Kunstblut gespart. Ein Gruselspaß für Gruselfans, Romantiker und Liebhaber von feiner Soul-Musik, freigegeben ab 12 Jahren.
Christian Wernekinck schreibt für das nächste Jahr bereits ein neues Stück, das auch wieder dem Horrorgenre angehören soll: „Mir gefällt Grusel und Horror, Makabres und Groteskes sehr, weil es Tiefe hat und die Abgründe der menschlichen Psyche eindrücklich verdeutlicht. Das ist auch die Motivation der Darsteller und Musiker, die nicht oberflächlich sein wollen.“
Infos
Schülermusical „hide!“
Termine:
Fr 14.05. (Premiere)
Sa 15.05.
Fr 28.05.
Sa 29.05.
Fr 04.06.
Sa 05.06.
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:30 Uhr
Klangbrücke Aachen
Kurhausstr. 2, 52062 Aachen
Eintritt: 12 Euro
Ermäßigt: 10 Euro
Dauer: ca. 2,5 Stunden
ab 12 Jahren
Tickets gibt es im
Klenkes-Ticketshop, im AZ/AN Ticketshop (Mayersche)
und im Musikhaus Hogrebe.
- Dateien:
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- KingKalli 51 April/Mai 2012
64 Seiten prall gefüllt mit Hasen, Gärten, Rittern, Terminen, Kursen, Tipps ...
Erscheinungstermin:01.04.2012
Auflage:
22.000
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