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Wohnen: Wechsel zu Ökostrom
Anke Stöppel, Absolventin der FH Aachen, Fachbereich Design, hat sich in ihrem Buch „Klimaschutz in den eigenen vier Wänden. Ein Selbstversuch“ mit dem Thema auseinandergesetzt. Für KingKalli hat sie die aktuellen Zahlen noch einmal verglichen.
Durch die Verbrennung von Braun- und Steinkohle werden enorme Mengen CO2 freigesetzt. Die CO2-Bilanz der Kernkraftwerke ist zwar wesentlich besser (und oft wird damit geworben, dass sie zur Lösung des Klimaproblems beitragen könnten), aber es bleibt immer noch die Frage der Endlagerung und zudem ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko.
Kohle, Gas, Öl und Uran sind nur in begrenzten Mengen auf der Erde vorhanden.
Für die Umwelt wäre es also besser, schnellstmöglich auf erneuerbare Energien umzusteigen. Mit der Zeit werden Kohle, Gas und Öl so teuer werden, dass sich der Umstieg auf erneuerbare Energien sogar positiv im Geldbeutel bemerkbar machen könnte.
Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist für den Endverbraucher sehr einfach. Sie erfolgt zum Beispiel über das Internet oder per Post. Durch diesen einfachen Schritt können ca. 1,5 Tonnen CO2 pro Jahr und Haushalt gespart werden. Es ist damit die einfachste, schnellste und effizienteste Methode für jede Einzelperson, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern.
In Deutschland gibt es vier große Ökostromanbieter: LichtBlick, Greenpeace Energy, Elektrizitätswerke Schönau und Naturstrom. Nur bei diesen vier Anbietern ist sichergestellt, dass das eingenommene Geld in erneuerbare Energien investiert wird. Stromversorger, die neben konventionellem Strom auch Ökostrom anbieten, inves-tieren dagegen dort, wo es ihnen sinnvoll erscheint. Also zum Beispiel in Kohlekraftwerke.
Ich habe im Zuge eines Selbstversuches ergründet, was jeder einzelne von uns für den Klimaschutz tun kann. Hier meine Erfahrungen zum Thema Ökostrom:
Ich habe mich immer ein wenig gegen Ökostrom gesträubt. Ich dachte, das sei unbezahlbar. Doch irgendwann habe ich mich hingesetzt und es einfach mal ausgerechnet. Entsprechende Preisrechner gibt es im Internet auf den Seiten der vier großen Ökostromanbieter. Dabei musste ich feststellen, dass wir in unserem Zwei-Personen-Haushalt jeden Monat nur knapp fünf Euro mehr bezahlen müssen. Wir haben sofort gewechselt. Mittlerweile haben sich die Strompreise derart geändert, dass wir nur noch Mehrkosten von elf Euro pro Jahr haben. Später habe ich herausgefunden, dass einige Leute einen so ungünstigen Stromvertrag haben, dass bei einem Wechsel keinerlei Mehrkosten entstehen würden.
Während des Selbstversuches setzte ich mich etwas genauer mit dem örtlichen Stromanbieter STAWAG auseinander und war erstaunt: Er wirbt nicht nur für Ökostrom, sondern bietet auch kostenlose Vorträge und Beratungsgespräche an. Neben ausführlichen Informationen gibt es sogar Förderprogramme. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Gesamtlieferung beträgt schon 25,3 %, während die Durchschnittswerte in Deutschland noch bei 17,3 % liegen.
Interessanterweise träumen nicht nur Privatpersonen davon, komplett auf Ökostrom umzusteigen und erneuerbare Energien für sich zu nutzen. Es gibt sogar ganze Städte und Länder, die diesen Traum haben und ihn zum Teil schon umsetzen konnten. Kassel bezieht seit 2007 nur noch Ökostrom. Für die Bewohner ist der Preis gleich geblieben.
In Reykjavìk, der Hauptstadt von Island, wird ausschließlich mit Geothermie ge-heizt. Islands Wärmeversorgung beruht zu 85 % auf Erdwärme. San Francisco erzeugt seinen Strom komplett über Erdwärme. Und auch Schweden hat große Ziele: Bis 2020 will es komplett auf erneuerbare Energien umsteigen.
Ökostromanbieter
LichtBlick
www.lichtblick.de
Grundpreis: 8,95 Euro/Monat + 23,64 Cent/kWh
Koopereation mit „GEO schützt den Regenwald e. V.“: Für jeden Kunden und jeden Monat, in dem Energie von LichtBlick bezogen wird, kauft LichtBlick mindestens einen Quadratmeter Regenwald.
Greenpeace Energy
www.greenpeace-energy.de
Grundpreis 8,90 Euro/Monat + 24,80 Cent/kWh
Kooperation mit cambio CarSharing: Seit Herbst 2006 bezieht cambio Strom von Greenpeace Energy und Mitarbeiter von Greenpeace Energy nutzen cambio-Autos bei Dienstfahrten, die sie nicht mit Bus, Bahn oder Fahrrad erledigen können.
Bau eigener, sauberer Kraftwerke
Elektrizitätswerke Schönau
www.ews-schoenau.de
Grundpreis 6,90 Euro/Monat + 23,90 Cent/kWh
Davon werden 0,5 Cent/kWh in neue Karft-Wärme-Kopplungs- und Fotovoltaik-Anlagen der eigenen Kunden investiert. Alternativ kann man sich für folgende Preismodelle entscheiden: Grundpreis 6,90 Euro/Monat + 24,50 Cent/kWh (inkl. 1 Cent für ökologische Neuanlagen) oder Grundpreis
6,90 Euro/Monat + 25,69 Cent/kWh (inkl. 2 Cent für ökologische Neuanlagen).
Naturstrom
www.naturstrom.de
Grundpreis: 7,95 Euro/Monat + 22,50 Cent/kWh
Davon werden 1,25 Cent/kWh in die Förderung neuer Anlagen gesteckt.
Zum Vergleich:
STAWAG – StromSta® ÖkoPlus
www.stawag.de
Je nach Stromverbrauch ab Grundpreis 6,085 Euro/Monat + 23,90 Cent/kWh
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- KingKalli 51 April/Mai 2012
64 Seiten prall gefüllt mit Hasen, Gärten, Rittern, Terminen, Kursen, Tipps ...
Erscheinungstermin:01.04.2012
Auflage:
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